Der große Markt der Dienstleistungen


Anlageberatung

Nach Angaben des Bundesverbandes Deutscher Banken hat die Finanzkrise Spuren hinterlassen und das Geldvermögen der Deutschen ist im Jahr 2008 auf 4,4 Billionen Euro gesunken. Vor allem das deutsche Aktienvermögen ging zurück. Ende 2008 betrug das deutsche Aktienvermögen, laut dem deutschen Fachverband der Banken, rund 166

Milliarden Euro. Unter dem Oberbegriff Anlageberatung fallen viele Geschäfte am Kapitalmarkt wie Immobilien-, Aktien- oder Fond-Geschäfte. Traditionell spielen in vielen Ländern der EU vor allem die langfristigen und festverzinslichen Anlageformen über Sparbücher oder Festgeldkonten eine zentrale Rolle. Die zentralen Anlagefaktoren Rendite, Anlagesicherheit und Finanzservice spielen zentrale Rollen bei allen Finanztransaktionen. Die Anlage schlechthin mit der höchsten Rendite und der größte Sicherheit gibt es nicht. Jede Geldanlage ist letztendlich eine Abschätzung der drei genannten Kernfaktoren, die man individuell reflektieren muss. Durch die Wirtschaftskrise sind viele Anleger verunsichert worden. Auf Grund den ersten dramatischen Entwicklungen auf den Kapitalmärkten musste die Bundesregierung in der ersten ernsten Finanzkrise in der Nachkriegszeit eine Garantie für Spareinlagen und Girokonten öffentlich abgegeben. Inzwischen hat sich die Situation beruhigt und vor allem bei dem Anlagern ist wieder mehr Vertrauen in die Banken ausgelöst worden. Die Golfgräberzeit bei Aktiengeschäften in den 1990er Jahren ist vorbei. Man versucht heute international vor allem die globalen Finanzgeschäfte für alle Beteiligten transparenter zu machen. Vor allem der Anleger muss eine hohe Transparenz haben, um seine Finanzgeschäfte mit Banken und anderen Finanzdienstleistern nachvollziehen zu können. Gerade bei Finanzgeschäften sollte man die einfache Wahrheit "Vertrauen ist gut - Kontrolle ist besser" beherzigen. Alle Anlagegeschäfte können individuell sinnvoll sein, sofern sie vom Berater und dem Kunden seriös reflektiert werden und eine nachhaltige Vertrauenssituation gestaltet werden kann.

In Deutschland unterliegen Banken, Finanzdienstleister, Versicherer und der Wertpapierhandel zahlreichen Kontrollen. Zentrale Institution in Deutschland ist die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, kurz BaFin. Die selbstständige Anstalt des öffentlichen Rechts unterliegt der Rechts- und Finanzaufsicht des Bundesministeriums der Finanzen. Nach eigenen Angaben ist die Kernaufgabe der Anstalt ein funktionierendes, stabiles und integeres deutsches Finanzsystem zu gewährleisten. Die Anstalt arbeitet im öffentlichen Interesse und kommuniziert viele Informationen für Verbraucher. Unter anderem informiert die BaFin über unerlaubte Geschäfte und ist bei Beschwerden ein Ansprechpartner für die Verbraucher. Man findet auf der Seite der Behörde Informationsprospekte für Wertpapiere und Vermögensanlagen. Hier werden auch Fragen und Antworten zu Wertpapiergeschäften kommuniziert oder man findet eine Datenbank und Listen zu Unternehmen wie Banken, Kapitalanlagegesellschaften oder Pensionsfonds. Man hat hierzu eine interaktive Suchmaske installiert. Suchen kann man gezielt auch auf der Datenbankseite der BaFin nach grenzüberschreitenden Finanzdienstleistungsunternehmen. Über weitere Datenbanken und Übersichten kann man sich gezielt im Finanzdienstleistungskontext informieren.

Viele Informationen zu zahlreichen Rubriken für institutionelle Investoren oder private Anleger findet man auf den Seiten der Bundesrepublik Deutschland - Finanzagentur GmbH. Die Gesellschaft wurde im Jahr 2000 gegründet und ist eine Bundesgesellschaft. Alleiniger Gesellschafter ist die Bundesrepublik Deutschland, operativ vertreten durch das Bundesfinanzministerium. Hier findet man Informationen zu den Bundeswertpapieren. Im Jahr 2003 wurde auch die größte Initiative der deutschen Finanzwirtschaft geschaffen: die Initiative Finanzstandort Deutschland (IFD), die nach eigenen Angaben mit konkreten Produkten und Maßnahmen den Nutzen für Privatkunden und Unternehmen über die Wettbewerbsgrenzen hinaus fördern will. Themen der Stiftung sind zum Beispiel der Ausbau der Mittelstandförderung, die moderne Finanzausbildung, der Fondstandort Deutschland oder Förderung des Infrastruktur-Managements. Das Bundesministerium der Finanzen bietet auf seiner Internetseite in der Rubrik Geld und Kredit zum Beispiel Informationen zu aktuellen Gesetzen. Hier wird unter anderem auch auf die europäische Finanzpolitik und der Rolle Deutschlands eingegangen. Die Anlageberatung ist in Deutschland im Kreditwesengesetz definiert. Die gewerbsmäßige Beratung bei Anlagenberatungen bedarf in Deutschland einer Bewilligung der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). Die Tätigkeit eines Anlageberaters ist im Gesetz zur Umsetzung der Richtlinie über Märkte für Finanzinstrumente und der Durchführungsrichtlinie der Kommission aus dem 2007, durch die EU-Finanzmarktrichtlinie zur Harmonisierung der europäischen Finanzmärkte, geregelt. Durch das Gesetz sind zum Beispiel Änderungen im deutschen Wertpapierhandelsgesetz entstanden. Das Wertpapierhandelsgesetz beschäftigt sich unter anderem mit den Dienstleistungsunternehmen und dem Schutz des Kunden. Das Gesetz wurde zuletzt im Jahr 2009 geändert. Paragraf 31 des Wertpapierhandelsgesetzes geht auf die umfassenden Verpflichtungen der Wertpapierdienstleistungsunternehmen ein. Hier heißt es unter anderem in Abschnitt 1 und 2: (1) Ein Wertpapierdienstleistungsunternehmen ist verpflichtet, Wertpapierdienstleistungen und Wertpapiernebendienstleistungen mit der erforderlichen Sachkenntnis, Sorgfalt und Gewissenhaftigkeit im Interesse seiner Kunden zu erbringen, (2) sich um die Vermeidung von Interessenkonflikten zu bemühen und vor Durchführung von Geschäften für Kunden, diesen die allgemeine Art und Herkunft der Interessenkonflikte eindeutig darzulegen, soweit die organisatorischen Vorkehrungen nach § 33 Abs. 1 Satz 2 Nr. 3 nicht ausreichen, um nach vernünftigem Ermessen das Risiko der Beeinträchtigung von Kundeninteressen zu vermeiden."

Mehr sich für Finanztipps und Informationen zum Thema Anlagen informieren möchte, kann zum Beispiel auf den Internetseiten des Bundesverbandes Deutscher Banken recherchieren. Hier findet man zum Beispiel Informationen zum Thema Einlagensicherung oder werden Bank- und Börsenbegriffe erklärt. Interessierte finden hier auch zahlreiche Statistiken, zum Beispiel zu den Finanzmärkten, den Renditen und Zinsen, oder dem Kundenschutz. Viele Informationen zu Anlageformen findet man auch auf den Seiten der Stiftung Warentest.