Unternehmensgründer
Eine Existenzgründung ist für viele Menschen ein zentraler Schritt in einen neuen Lebensabschnitt. In den letzten Jahren sind viele Bürger diesen Schritt in die Selbstständigkeit gegangen, da der Arbeitsmarkt in Deutschland und anderen Ländern seit Jahrzehnten stagniert. Existenzgründer sollten die
Selbstständigkeit immer unter objektiven Faktoren sehen. Objektiv heißt, es muss persönlich und unternehmerisch sinnvoll sein. Grundlagen für die Selbstständigkeit müssen zum Beispiel sein: eine erfolgsversprechende Geschäftsidee, die persönliche Motivation, eine seriöses Unternehmenskonzept, eine seriöse Finanzplanung, ein nachvollziehbares Marketingkonzept oder ein mittelfristiges Personalkonzept. Eine vorliegende Arbeitslosigkeit ist kein alleiniges Faktum, das eine Selbstständigkeit rechtfertig. Existenzgründer werden aber gleichwohl von den Agenturen für Arbeit unter bestimmten Voraussetzungen gefördert. Es gibt zum Beispiel Gründungszuschüsse, die unter anderem gewährt werden, wenn Kenntnisse und Fähigkeiten für die Selbstständigkeit nachgewiesen werden. Unter anderem werden die Industrie- und Handelskammern oder die Handwerkskammern von Seiten der Behörden hinzugezogen, um eine geförderte Selbstständigkeit vorab zu prüfen. Der Gründungszuschuss unterteilt sich in zwei Phasen. Die erste Phase dauert über neun Monate und der Zuschuss bemisst sich an Faktoren des bezogenen Arbeitslosengeldes. Die zweite Zuschussphase über sechs Monate dient in der Regel der sozialen Absicherung des Existenzgründers. Das Arbeitsamt ist also immer der erste Ansprechpartner bei subventionierten Existenzgründungen.
In der Regel muss der Existenzgründer den Arbeitsämtern und Kompetenzinstitutionen wie der IHK ein Businessplan vorlegen. Diese betriebswirtschaftliche Planung ist in der Regel sehr umfangreich und enthält Punkte wie: die Angebotsbeschreibung, eine Personalplanung, eine Produktplanung, ein Marketing- und Vertriebskonzept, eine Umsatzplanung, eine GuV-Planung, die Kapitalbedarfsermittlung oder Beschreibungen zu Unternehmensentwicklungen. Sofern man über eine Bank die Existenzgründung finanzieren will, muss man ebenfalls Unterlagen wie einen aussagekräftigen Business-Plan, Unterlagen zur Vermögenslage, Sicherheitsplanungen, Zeugnisse, Lebenslauf oder einen Nachweis zu einem Existenzgründerkurs vorlegen. Existenzgründerkurse bieten zum Beispiel die IHKs oder die Handwerkskammern an. Sehr umfangreiche Informationen zu Existenzgründungen bekommt man zum Beispiel auf dem Existenzgründerportal des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi). Das Portal des BMWi geht sehr ausführlich auf Existenzgründerphasen wie Entscheidungen, Vorbereitungen, Finanzierungen oder dem Start des Unternehmens ein. Es gibt auch eine sehr hilfreiche Existenzgründerwerkstatt oder Übersichten und Checklisten. Über das Existenzgründerportal des Bundeswirtschaftsministeriums kommt man auch auf die Förderdatenbank des Bundes. Hier bekommt man einen Überblick über die Fördermöglichkeiten des Bundes, der Bundesländer und der EU. Existenzgründer können auch wichtige Fragen an Experten über das Existenzgründerportal des BMWi stellen. Rund um den Existenzgründermarkt haben sich auch zahlreiche private Unternehmen als Dienstleister angesiedelt.